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Reflexionsaufgabe Takt 4 / SS2011

Der Begriff Web 2.0 umreißt eine neue Sicht auf das Internet. Das Internet wird dadurch noch stärker dazu beitragen, dass das Lernen effektiver wird und sich unsere Bildungslandschaft dramatisch verändert.

Kann man das „so“ sagen?

Wenn es um das Web 2.0 und dessen Charakteristiken geht, wird in der Tat sehr oft von dramatischen Veränderungen bahnbrechenden Neuigkeiten gesprochen. Sicherlich hat die neue Generation des Internets, das der Social Media (z.B. Twitter und Facebook) und der Kollaborativen Medien (z.B. Wikis), nicht nur die Art, wie wir das Internet sehen, sondern auch wie wir es nutzen, verändert.
Diese Veränderungen haben in den letzten Jahren auf privater Ebene (z.B. durch Facebook oder StudiVZ) sowie auf beruflicher Ebene (z.B. durch ein firmeninternes Wiki) stattgefunden.
Aber auch die Bildungslandschaft, von Schule bis hin zur beruflichen Weiterbildung, hat das Web 2.0 für sich entdeckt und vor diesem Hintergrund ist die Aussage, ob Lernen durch Web 2.0 effektiver wird und sich „Bildung“ dramatisch verändert, durchaus kritisch zu betrachten. 

Das Web 2.0 eröffnet in der Tat neue Perspektiven in der didaktischen Arbeit, denn die Grundidee des Web 2.0, dank Interaktion der Nutzer Informationen und Wissen untereinander zu teilen, zu diskutieren und zu schaffen, entspricht durchaus einer handlungsorientierten Didaktik, deren Ziel es ist, „neue Qualitäten des Lernens und Lehrens zu eröffnen und deren Effektivität und Effizienz durch Einsatz von Technik zu steigern“ (Studienbrief „Einführung in die gestaltungsorientierte Mediendidaktik“, Prof. Kerres, S.5).
Eine fantastische „didaktische Welt“ scheint somit zu entstehen: der Lerner kann jederzeit, von jedem Ort aus mit anderen Lernern neue Inhalte entdecken, sich aneignen, neu kreieren und diskutieren. Dank der neuen Web 2.0 Technologien lernen wir schneller, besser und einfacher!

Liest man erneut die Definition von Prof. Kerres, so erkennt man jedoch schnell, dass die Betonung der Aussage auf dem Ausdruck „durch den Einsatz von Technik“ liegt, was bedeutet, dass es darum geht, die technischen Medien (hier die Web 2.0 Technologien) so einzusetzen, dass sie didaktisch effektiv und effizient wirken können. Sie sind jedoch nicht "an sich" der Garant für effektives und effizientes Lernen, denn dazu braucht es weit mehr als die Bereitstellung eines Blogs oder eines Twitter-Accounts im Klassenzimmer

Hinter einer erfolgreichen didaktischen Nutzung der neuen Medien verbergen sich komplexe Lernkonzepte, denen eine detaillierte Analyse des didaktischen Feldes zu Grunde liegt (siehe Studienbrief Kerres, S.19), um genau das Medium zu bestimmen, das in einem spezifischen Lernkontext didaktische Effizienz und Effektivität fördert. Kein Tool des Web 2.0 ist von sich aus geeignet oder nicht auch geeignet, in didaktischen Kontexten eingesetzt zu werden. Was gilt, ist zu entscheiden, welches Medium wann sinnvoll ist.

Und dazu benötigt man viele Kompetenzen, Lerner sowie Lehrer, aber vor allem die didaktischen Planer. Die Aneignung oder der Besitz dieser Kompetenzen kann leider nicht immer vorausgesetzt werden, was zwangsläufig dazu führt, dass didaktische Lernkonzepte in der Web 2.0 Umgebung am Ziel vorbeischießen. Es sind also nicht die Charakteristiken der neuen Internet-Generation selbst, die dem Lernen eine neue Dimension geben, sondern die „didaktischen Macher“, die die Konzepte für diese neue Lernstrukturen entwickeln. 

Interessant ist in diesem Zusammenhang jedoch auch der Kommentar von Andrew Warden (Cisco,  Head of Strategy and Communications Emerging Markets Services), der mit Blick auf die Zukunft davon ausgeht, dass, im Gegensatz zur aktuellen Generation, die nächste Generation von Arbeitnehmern und -gebern, Schülern, Studenten und Lehrern ganz selbstverständlich mit Social Media und Web 2.0 Techniken arbeiten, leben und umgehen wird (siehe: http://smartblogs.com/socialmedia/2011/06/24/are-you-ready-for-the-second-wave-of-social-media/).
Eine Veränderung beim Lernen, Weiterbilden und Arbeiten wird also stattfinden, bewusst oder unbewusst, lernend oder lehrend. Es wird interessant sein zu beobachten, wie sich als Folge davon auch die Inhalte, das Wissen der Menschen selbst und die Art, sich Wissen anzueignen und darauf zurückzugreifen, ändern werden.

Ein Tipp:

Eine sinnvolle Herangehensweise an Web 2.0 Tools aus Lehrersicht bietet Teachweb2  (http://teachweb2.wikispaces.com/), denn hier wird nicht nur eine Vielzahl von Web 2.0 Werkzeugen zum Unterrichten aufgelistet, sondern es werden auch die didaktischen Vor- und Nachteile der einzelnen Tools vorgestellt und Ideen für eine konkrete Anwendung dieser Applikationen im Unterricht angeboten.

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