Im vorherigen Takt haben Sie in der Gruppe Ihre Erfahrungen mit unterschiedlichen Online-Kommunikationstools ausgetauscht und diese im Forum diskutiert.
Bitte reflektieren Sie in Ihrem Blog die von Ihnen gemachten Erfahrungen in der Online Gruppenarbeit. Sie können sich dabei an folgenden Leitfragen orientieren:
Ist es Ihnen leicht gefallen, die Aufgaben und Rollen in der Gruppe zu verteilen?
Normalerweise trifft sich unsere Gruppe zu Beginn der zweiten Woche eines Lerntaktes, damit (soweit möglich) schon alle Gruppenmitglieder die Gelegenheit hatten, zumindest einen Blick auf die Lernmaterialien (Einleitung, Studienbriefe, Aufgabenstellung, usw.) zu werfen. Diese zeitliche Organisation soll dazu beitragen, dass
- eventuelle Fragen konkreter gestellt werden können
- allen der Kontext der anstehenden Aufgabe bekannt ist
- die zu verteilenden Rollen schneller und einfacher definiert werden können
Das Lerngruppentreffen zu Takt 4 war äußerst effektiv, da wir in recht kurzer Zeit das Aufgabenziel (die Inhalte), den Arbeitsort (Google-Groups), die Deadlines sowie die unterschiedlichen Rollen festgelegt haben.
Einer der Gründe dieser schnellen Lösung innerhalb der Gruppenorganisation ist meiner Meinung nach folgender: Nach gut vier Monaten intensiver Zusammenarbeit hat sich innerhalb der Gruppe ein Vertrauensverhältnis sowie ein sozialer Gruppenmechanismus etabliert, der uns (unbewusst) dabei hilft, möglichst fair inhaltliche Themen zu besprechen und recht demokratisch die Rollenfunktionen zu verteilen.
War die Aufgabenstellung klar, oder gab es Unsicherheiten hinsichtlich des Arbeitsauftrags?
Die Aufgabenstellung war deutlich, diskutiert wurden in der Gruppe nur zwei Bereiche: die Tool-Auswahl (Tool festlegen ja oder nein?) und der Kommunikationskontext (Forum oder Google-Groups)? Beide Fragen wurden innerhalb des Online-Treffens gelöst.
Ein weiterer Vorteil war, dass es sich um eine Aufgabe handelte, bei der die Informationsübermittlung im Vordergrund stand. Es ging also eher um das Sammeln von Fakten als um deren Diskussion zur Informationsverdichtung (dies ist in der Gruppenaufgabe in Takt 5 anders, dementsprechend waren Veränderungen innerhalb des Gruppenverhaltens bei der Verteilung der Rollen sowie der Definition des Aufgabenziels zu erkennen). Die Fokussierung auf eine rein kognitive Betrachtung der Aufgabe (es war so gut wie keine Integration von sozialen oder emotionalen Faktoren nötig) hat die Klarheit des Arbeitsauftrages sowie dessen konkrete Umsetzung unterstützt.
Wie haben Sie Ihre Ergebnisse strukturiert?
Dank der niedrigen Synchronizität sowie social presence, die diese Aufgabe implizierte, haben wir uns innerhalb der Gruppe auf das Kommunikationswerkzeug Google-Groups geeinigt, um unsere individuellen Überlegungen und Ergebnisse für alle zugänglich festzuhalten.
Jeder Teilnehmer hat zwei oder mehrere Kommunikations-Tools mit ihren Vor- und Nachteilen aufgelistet sowie die Angaben der anderen Gruppenmitglieder zu anderen oder auch denselben Tools ergänzt oder kommentiert.
Nachdem alle ihr Einzelbeiträge abgeschlossen hatten, hat der Moderator in Tabellenform alle gesammelten Ergebnisse zusammengefasst und dem Fachtutor zugesendet. Es war interessant zu sehen, dass unser Gruppenergebnis vom Inhalt her weit über den vom Tutor gesetzten Rahmen hinausreichte. Wahrscheinlich waren so viele Beiträge möglich, weil sich die „Transaktionskosten“ innerhalb dieses Aufgabenkontextes auf ein Minimum beschränkten.
Vielleicht wurde bei unserer Lösung der Aspekt der Informationsverdichtung ein bisschen vernachlässigt, da die Zusammenfassung aller Ergebnisse (ohne Prioritäten) allein vom Moderator vorgenommen wurde, es also keine Gelegenheit gab, das „Endprodukt“ der Gruppenarbeit gemeinsam durchzusehen oder zu interpretieren.
Hätten Sie mehr Struktur von außen gebraucht?
Ich glaube nicht, dass unsere Gruppe mehr Struktur von außen gebraucht hätte. Wie schon oben erwähnt, sind wir als Gruppe mittlerweile gut eingespielt, haben unterschiedliche Kommunikationstools ausprobiert, um das richtige für uns zu finden (Google-Groups), und wissen jetzt am Ende des ersten Semesters auch, was von uns nicht nur inhaltlich sondern auch methodisch erwartet wird. Schritt für Schritt gelingt es uns immer besser, die richtige Lösung auf dem richtigen Weg zu finden.
Aus Sicht der Moderatorinnen und Moderatoren: Konnten Sie sich gut in Ihrer Rolle zurechtfinden?
Der Moderator hat super gearbeitet! ;-)
Waren die zur Verfügung stehenden Materialien hilfreich, oder hätten Sie mehr Input gebraucht?
Mit Sicherheit haben alle Teilnehmer einen konkreten Bezug zu der Aufgabe gehabt, da alle (im Studium sowie im Beruf) mit Kommunikationstools arbeiten und so hat jeder praxisnahe Erfahrungen beitragen konnte. Der wissenschaftliche Text hat viele eher subjektive Aussagen theoretisch fundiert, um dem Gesamtergebnis einen entsprechen Rahmen zu geben.
Wie sind Sie mit den Charakteristika der Online-Zusammenarbeit umgegangen? (z.B. mit den „reduced social cues“)
Wie schon oben erwähnt, war die Notwendigkeit von social presence sowie von social cues innerhalb dieser Gruppenaufgabe nicht sehr stark ausgeprägt, da es sich um eine sehr problemorientierte Aufgabenstellung (Informationssammlung) handelte.
Und auch allgemein haben wir innerhalb unserer Gruppenarbeit das Fehlen von social cues mittlerweile ganz gut überwunden und uns in unserem virtuellen Lernumfeld gut arrangiert.
Von grundsätzlicher Bedeutung war dabei das f2f-Treffen zu Beginn unseres Studiums (und wir alle freuen uns schon jetzt auf das nächste Präsenztreffen, das bestimmt ganz anders wird als das erste, jetzt, da wir uns besser kennen). Auch wenn wir uns vielleicht nicht wirklich persönlich kennen, wissen wir doch mittlerweile, aus welchen „Lern- und Gruppenpersönlichkeiten“ unsere Gruppe besteht: Wer z.B. eher mehr oder eher weniger redet (hier ist nicht unbedingt eine klare Geschlechter-Differenzierung zu erkennen ;-), wer viel oder wenig schreibt, wer eher vor- oder eher „auf den letzten Drücker“ arbeitet, wer beruflich oder privat viel oder weniger eingespannt ist. All diese Faktoren haben dazu beigetragen, dass wir uns im virtuellen Umfeld (meistens Connect) mittlerweile gut gegenseitig einschätzen können und dementsprechend (meistens) gruppenfördernd zu agieren versuchen. Unter einigen hat sich in der Zwischenzeit auch ein privater Kontakt etabliert (vor allem über Skype morgens mal „hallo“ sagen oder richtig nette Geburtstagwünsche bekommen), der sich – zumindest in meinem Fall – positiv auf die Einschätzung der Personen innerhalb des Arbeitskontextes auswirkt (siehe Beispiele oben).
Wichtig und sehr positiv finde ich aber vor allem, dass sich unsere Gruppe immer auf die konkrete Arbeitssituation konzentrieren kann, es so gut wie kaum Konflikte gibt und alle fair und demokratisch am Arbeitsprozess mitwirken. Fehlen tut uns – zumindest online – eigentlich nichts!
Liebe Alexandra,
RispondiEliminaDeiner Einschätzung bezüglich des funktionierenden sozialen Gruppenmechanismus kann ich nur zustimmen. In meinem Beitrag habe ich diesen Aspekt nicht berücksichtigt, aber Du hast Recht! Zwar klappt das sicherlich nicht immer optimal, aber allgemein greifen diese Mechanismen bei uns gut.
Ich hoffe, dass die fehlende "Endabstimmung", die Du ansprichst nicht allzu störend für Dich war - allerdings hätten wir m.E. zeitlich keinen weiteren Durchlauf mehr hinbekommen. Ich finde generell 3 Wochen-Takte für Gruppenaufgaben zu kurz. Wenn man von einem Workload von 15 Stunden ausgeht (wie es ja bei unserem Studium vorgesehen ist) und dabei betrachtet, dass wir ja min. 3, tendenziell sogar mehr Aufgaben parallel bearbeiten, ist von einer Woche Vorlauf vor unserem Treffen auszugehen. Wenn dann noch eine Woche Bearbeitung hinzukommt, bleibt nur noch eine Woche für die Erstellung der "Moderatorenfassung" - ein weiterer Durchlauf würde sicherlich erneut min. eine Woche erfordern, speziell aufgrund des asynchronen Charakters der Aufgaben.
PS: da ich befürchte, dass das mit dem viel Reden sich auch auf mich bezieht... ich kann nicht anders :-D